Danke Horst

Er war die gute Seele des Hauses, hat dem alten Gebäude in Hohenems Wärme eingehaucht und für die Rückkehr von KÄSTLE in die Heimat sogar nach seinen Angaben die Pensionierung verschoben. Von den Kästle Mitarbeitern liebevoll „Head of Haus“ genannt, weil er jeden Winkel des Areals kannte, öffnete er täglich für alle morgens die Türen und sperrte sie abends wieder zu. Horst Wehinger war seit 1967 am KÄSTLE Standort in Hohenems beschäftigt und so loyal der Marke gegenüber, wie man es nur sein konnte. In der Nacht auf Donnerstag, den 10. August 2017, ist Horst Wehinger im Alter von 78 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung verstorben. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

 

Wie alle anderen KÄSTLE Family Mitglieder, Mitarbeiter, Athleten und Rennläufer der letzten 50 Jahre erinnert sich auch Geschäftsführer Bernd Knünz gerne an Horst Wehinger. Es war eines Abends, als die Arbeit Bernd länger im Büro festhielt, draußen schon längst die Dunkelheit hereinbrach und es schien als ob keiner mehr im Hause sei, als beim Abschließen der Eingangstüre das Schloss klemmte. Alle Versuche von Bernd, den Zylinder zu drehen, waren erfolglos. Was tun? Bernd konnte das Gebäude ja nicht offen lassen. Schlüsseldienst anrufen? Horst herausklingeln? Es war schon spät und Horst sicherlich daheim bei seiner Familie, dachte sich Bernd. Da kam im Halbdunkeln plötzlich Horst in aller Seelenruhe aus seinem Büro in die Eingangshalle. Er begrüßte Bernd, der ob des klemmenden Schlosses doch ziemlich genervt war, freundlich und fragte nach dem „werten Befinden“. Bernd schilderte sein Problem, Horst holte einen Schraubenzieher und wenige Sekunden später war das Schloss repariert.

 

Es gab nichts, was Horst nicht reparieren konnte. Mit einem Klebeband, Kabelbindern und einer Zange bewaffnet wurde er jeder Situation Herr. Er kannte alle Macken des Areals, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Er brachte immer alles zum Laufen. Jede technische Einrichtung funktionierte nach einem Hilfeschrei an Horst wieder. Seine Souveränität war einzigartig. „Ich hab‘ da noch was im Keller“, meinte er nur und verschwand, um kurz darauf mit der Lösung zurückzukehren.

 

Horst legte keinen Wert auf Urlaub. Wenn er sich doch mal die Zeit zum Wegfahren nahm, dann reiste er ganz bescheiden zu Sonderkonditionen bei der Überführungsfahrt auf dem Kreuzfahrtschiff Queen Mary für 2-3 Tage zum nächsten Hafen mit, nachdem alle anderen Passagiere ausgestiegen bzw. noch nicht eingestiegen waren.

 

Trotzt seiner Erkrankung war Horst bis zuletzt täglich in seinem Büro anzutreffen. Horst war eine treue Seele zu KÄSTLE, wie es wohl keine zweite gibt. Stets ging er mit Engagement und voller Leidenschaft an seine Aufgaben und führte sogar ein eigenes Kästle Museum in Hohenems. Horst, wie sollen wir je die Lücke schließen, die du hinterlassen hast? Wie die Schlupflöcher in den alten Gemäuern finden und die Wehwehchen der ehrwürdigen Hohenemser Hallen beheben? Wen rufen wir, wenn mal wieder etwas nicht geht? Wer wird uns die alten Geschichten über die früheren KÄSTLE Rennläufer erzählen, wer uns historische Fundstücke zeigen? Dein Wissen und deine Persönlichkeit kann niemand ersetzen, deinen Stolz auf das Unternehmen KÄSTLE kaum einer übertreffen. Dein „Immer no besser als a Mul voll Vespa“ werden wir uns zu Herzen nehmen und versuchen so positiv wie du die Dinge zu betrachten, die nicht so gut laufen. Wir werden schmunzeln und an dich denken, wenn’s wieder klemmt, statt uns zu ärgern. Wir werden dich nie vergessen.

 

Lieber Horst, ruhe in Frieden und bleib‘ uns, auch wenn dein Körper diese Erde verlassen hat, doch bitte mit deiner guten Seele in Hohenems treu.

Handmade in Vorarlberg - KÄSTLE MX Limited

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KÄSTLE MX Limited – handmade in Vorarlberg

 

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